22.04.2020

Grussbotschaft Edith Saner, Grossratspräsidentin

«Wer sich die Hände reicht, baut Brücken»
Dieser Gedanke von Lilli U. Kressner passt zum Jubiläum der Dargebotenen Hand, Nummer 143, die es im Aargau/Solothurn Ost seit 60 Jahren gibt. 1957 wurde dieses Angebot in der Schweiz eingerichtet, 3 Jahre später bereits in unserer Region.


60 Jahre – also ein Jubiläum, das in der Zwischenzeit die Kraft des Diamanten hat. Diamanten gelten als unzerstörbar und sind aufgrund der Seltenheit die wertvollsten Edelsteine. Der Diamant ist Symbol für Rein­heit, Klarheit, Widerstandskraft, Perfektion und Liebe. Er hat eine beson­dere Ausstrahlung und verleiht Kraft, stärkt das persönliche Engagement und wird auch «Stein der Versöhnung» genannt.

«Wer sich die Hände reicht, baut Brücken».

60 Jahre Telefon 143
60 Jahre haben Menschen aus unterschiedlichen Gründen diese Nummer gewählt, wurden angehört und beraten. Menschen, die in ihrer Not ge­spürt haben, dass sich jemand Zeit nimmt für ihre Fragen, ihre Sorgen und vielleicht auch geahnt haben, dass ihnen jemand durch dieses Hin­hören und Zuhören Brücken baut für mögliche Massnahmen im Alltag. Vielleicht auch Brücken baut zu weiteren Angeboten und zu anderen Menschen.

Und die Menschen, die sich freiwillig bei der Dargebotenen Hand ein­setzen, das Telefon entgegennehmen und auch schriftliche Anliegen beantworten, das sind tatsächlich Brückenbauerinnen und Brückenbauer. Menschen, die die Fähigkeit haben, Verbindungen zu schaffen, die immer wieder versuchen, ohne Vorurteile hinzuhören und mit Redefluss, Schweigen und Emotionalität umgehen können und hilfesuchende Menschen in ihren Anliegen ernst nehmen.

50 Freiwillige sind 365 Tage rund um die Uhr bereit, sich Sorgen, Nöten und Fragen anderer Menschen anzunehmen. Menschen aufzufangen, ihnen Zeit zu schenken und immer wieder daran glauben, dass durch dieses Zuhören und Ernstnehmen der Situation ein Lichtblick bei Hilfe­suchenden entsteht.

Freiwillige, die etwas von der Symbolik eines Diamanten verkörpern: widerstandfähig, ausdauernd, klar, versöhnlich. Und oft auch geleitet sind durch die Liebe zu Menschen und die Liebe zum Leben.

Ich habe grossen Respekt vor der Arbeit dieser Freiwilligen. Freiwillige, die Brücken bauen und verschiedene Auffangnetze kennen und anwenden.

Mein Motto im Präsidialjahr ist Vielfalt Aargau. Die Freiwilligenarbeit im Kanton Aargau ist eine wichtige und nicht wegzudenkende Aufgabe in unserer Gesellschaft. Dies wird uns gerade jetzt in der Krisensituation rund um Covid-19 bewusst. Die Vielfalt der Freiwilligkeit immer wieder
zu sehen, zu fördern und anzuerkennen ist eine Aufgabe, die uns alle angeht. Die Freiwilligenarbeit ist eine Brücke, ohne die viele Verbin­dungen und Vernetzungen in unserem gesellschaftlichen Leben keine Chance hätten. Und weil diese Arbeit oft im Verborgenen gemacht wird, muss sie sichtbar gemacht werden. Sei es durch durch Information und Aufklärung oder auch durch Jubiläums- und Festanlässe.

Ich danke im Namen des Grossen Rates und der Regierung allen, die sich bei der Organisation «Die Dargebotene Hand» engagieren, sei es an vorderster Front am Telefon und auf schriftlichem Weg oder auch in der Geschäftsstelle und im Vorstand.

Und ich gratuliere ganz herzlich zum diamantenen Jubiläum. Ich wünsche allen, die sich engagieren, weiterhin viel Kraft beim Brückenbauen und immer wieder Erfolgserlebnisse, die den Sinn dieser Arbeit stärken. Damit auch die kommenden 60 Jahre von Erfolg geprägt sind. Im Wissen des Gedankens:

«Wer sich die Hände reicht, baut Brücken».

Edith Saner, Birmenstorf
Grossratspräsidentin 2020


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Edith Saner, Grossratspräsidentin

22.04.2020